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Fwd: WG: Unfallbericht eines Dachdeckers ;o))

Boris Gruschke - Thu Jul 17 21:24:13 2003


Unfallbericht eines Dachdeckers

Den nachstehenden Unfallbericht hat es wirklich gegeben.

Der folgende Brief eines Dachdeckers ist an die SUVA (Schweizerische
Unfallversicherung Anstalt) gerichtet und beschreibt die Folgen einer
unueberlegten Handlung:

"In Beantwortung Ihrer Bitte um zusaetzliche Informationen moechte ich
ihnen folgendes mitteilen: Bei Frage 3 des Unfallberichtes habe ich
"ungeplantes Handeln" als Ursache angegeben. Sie baten mich, dies
genauer zu beschreiben, was ich hiermit tun moechte.

Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Unfalles arbeitete ich allein
auf dem Dach eines sechsstoeckigen Neubaus. Als ich mit der Arbeit
fertig war, hatte ich etwa 250 kg Ziegel uebrig. Da ich sie nicht die
Treppe hinunter tragen wollte, entschied ich mich dafuer, sie in einer
Tonne an der Aussenseite des Gebaeudes hinunterzulassen, die an einem
Seil befestigt war, das ueber eine Rolle lief. Ich band also das Seil
unten auf der Erde fest, ging auf das Dach und belud die Tonne. Dann
ging ich wieder nach unten und band das Seil los. ich hielt es fest, um
die 250 kg Ziegel langsam herunterzulassen.

Wenn sie in Frage 11 des Unfallbericht-Formulares nachlesen, werden sie
feststellen, dass mein damaliges Koerpergewicht etwa 75 kg betrug. Da
ich sehr ueberrascht war, als ich ploetzlich den Boden unter den Fuessen
verlor und aufwaerts gezogen wurde, verlor ich meine Geistesgegenwart
und vergass, das Seil loszulassen. Ich glaube, ich muss hier nicht
sagen, dass ich mit immer groesserer Geschwindigkeit am Gebaeude
hinaufgezogen wurde. Etwa im Bereich des dritten Stockes traf ich die
Tonne, die von oben kam. Dies erklaert den Schaedelbruch und das
gebrochene Schluesselbein.

Nur geringfuegig abgebremst, setzte ich meinen Aufstieg fort und hielt
nicht an, bevor die Finger meiner Hand mit den vorderen Fingergliedern
in die Rolle gequetscht waren. Gluecklicherweise behielt ich meine
Geistesgegenwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit aller Kraft am
Seil fest. Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem
Boden auf und der Tonnenboden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das
gewicht der Ziegel wog die Tonne nun etwa 25 kg. Ich beziehe mcih an
dieser Stelle wieder auf mein in Frage 11 angegebenes Koerpergewicht von
75 kg. Wie sie sich vorstellen koennen, begann ich nun einen schnellen
Abstieg. In der Hoehe des dritten Stockes traf ich wieder auf die von
unten kommende Tonne. Daraus ergaben sich die beiden gebrochenen
Knoechel und die Abschuerfungen an meinen Beinen und meinem Unterleib.

Der Zusammenstoss mit der Tonne verzoegerte meinen Fall, so dass meine
Verletzungen beim Aufprall auf dem Ziegelhaufen gering ausfielen und so
brach ich mir nur drei Wirbel. Ich bedaure es jedoch, ihnen mitteilen zu
muessen, dass ich, als ich da auf dem Ziegelhaufen lag und die leere
Tonne sechs Stockwerke ueber mir sah, nochmals meine Geistesgegenwart
verlor. Ich lies das Seil los, womit die Tonne diesmal ungebremst
herunterkam, mir drei Zaehne ausschlug und das Nasenbein brach.

Ich bedaure den Zwischenfall sehr und hoffe, ihnen mit meinen praezisen
Angaben dienen zu koennen.

Fuer genaue Auskuenfte bitte ich sie, mich anzurufen, da es mir manchmal
schwer faellt, mich schriftlich auszudruecken."



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