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Der DAU

Markus Wennrich - Wed Mar 06 15:25:30 2002

In der psychologischen Fachliteratur findet man zwar zahlreiche Versuche
zur Typlogisierungen des Menschen (vgl. Kretschmer), doch
interessanterweise wird nirgends der Typus des DAU erwähnt.
Interessant ist dies vor allem deshalb, da der DAU mit Sicherheit der am
häufigsten vorkommende Typus ist.

Um dieses Defizit der Forschung zu schliessen, soll an dieser Stelle der
Versuch der Typlogisierung (bzw. DAUpologisierung) vorgenommen werden.

Der DAU scheint an keine Gesellschaftsschicht, Einkommensschicht,
Religionszugehörigkeit, Region oder Hautfarbe gebunden zu sein. Man kann
von einer gewissen Gleichverteilung innerhalb der gesamten
Weltbevölkerung ausgehen.
Vorsichtige Schätzungen (an dieser Stelle ist das Fehlen genauerer
Zählungen zu beklagen) gehen von einem ungefähren Anteil von 10 - 20% an
der Gesamtbevölkerung aus.


Übereinstimmend werden von DAU-Forschern folgende Charakterzüge als
prägend beschrieben: 

*  Absolute technische Unbegabung, gepaart mit dem Drang die neuesten,
   komplizierten Geräte besitzen zu wollen. 

*  Extreme Schwankungen zwischen cholerischischen Ausbrüchen ("So eine
   Scheisse, das geht einfach nicht!!!!") einerseits und Melancholie
   ("Drei Stunden versuch ich es jetzt schon") andererseits. 

*  Zwanghafte Ängste, nicht als Experte auf bestimmten Fachgebieten
   erkannt zu werden. Geht im Normalfall Hand in Hand mit einer
   absoluten Ahnungslosigkeit in ebendiesen Fachgebieten. 

*  Besondere Begabung im Fremdsprachen-Bereich. Vermischt sämtliche
   Sprachen zu einer Art Einheitssprache und -Ausprache, die von keinem
   Sprachkundigen mehr verstanden werden kann. Diese Kunstsprache weist
   auffällige Ähnlichkeiten mit einem mittlerweile ausgestorbenen
   Dialekt der Tlapa-Indianer in Süd-Mexiko auf. 

*  Ausgeprägtes Neugierde-Verhalten in Zusammenhang mit rebellischer
   Grundhaltung gegen autoritäre Ansätze. Aussagen wie "Diese
   Einstellungen sollten nur von erfahrenen Benutzern verändert werden"
   wirken durch diesen Hintergrund als unwiderstehliche Aufforderung. 

*  Besonders kritische Grundhaltung gegenüber Bildungseinrichtungen
   ("Das muss ich nicht studiert haben, um das zu können").  

Körperliche Auffälligkeiten:

*  Defekt der audiovisuellen Übertragung. Erklärungen scheinen zwar die
   Sinnesorgane zu erreichen, die Verarbeitung im Gehirn findet jedoch
   augenscheinlich nicht statt. 

*  Besonders aktives, dezibel-intensives Sprechwerkzeug 

*  Leseschwierigkeiten (sogenannter
   Bedienungsanleitungs-Analphabetismus). Werden häufig durch
   Schreibanfälle (Beschwerden, Leserbriefe, ...) kompensiert. 

*  Vehementer Einsatz einer (selbstständig erweiterten) Version der
   Ebbinghausschen sinnlosen Silben ('RAM','VPS,'MCI','CPU', ....).
   Interssanterweise (anders als bei Formen der Schizophrenie, die ein
   ähnliches Krankheitsbild aufweisen) ergeben diese Silben für den DAU
   selbst keinerlei Sinn. 

*  Massiv gestörte Verarbeitungsgeschwindigkeit des
   Kurzzeitgedächtnisses (KZG). Während im Normalfall 7
   Informationseinheiten (+/- 2) vom KZG aufgenommen werden können,
   erfasst der DAU im besten Fall eine einzige. Möglicherweise in
   Zusammenhang mit Störeinflüssen des Langzeitgedächtnisses zu sehen
   ("Aber damals hab ich das ganz anders gemacht"). 

*  Chirurgen Syndrom: technische Geräte müssen nach dem Kauf sofort
   geöffnet werden, um unnötige Komponenten aus dem Innenleben zu
   identifizieren und zu entfernen. 


-- 
Never test for an error condition you don't know how to handle.
                     Steinbach's Guideline for Systems Programming


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