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Hoehere Physik (ein physikalisches Maerchen)

Tobias Henoeckl - Mon Feb 25 11:50:30 2002

          Hoehere Physik (ein physikalisches Maerchen)
                                      
Vor vielen, vielen Lichtjahren lebte im Lande Physikalien die schoene
Koenigstochter Elektro-Liese. Seit ihrer Jugend war sie dem Grafen
Oszillo vom Kathodenstrahl zugetan. Aber Graf Oszillo hatte einen
Widersacher, den Grafen Tele aus dem Geschlecht der Photo-Grafen, der
selber ein Auge auf Elektro-Liese geworfen hatte. Eine Tages wurde Graf
Oszillo auf der Jagd am Ausgang des Wellentales von Teles Knechten
ueberfallen und auf eine Druckfort-Pflanzung gebracht, wo an den Zweigen
der Bleibaeume die herrlichsten Gluehbirnen gediehen.  Durch die
Quadratwurzeln waren sie gut geerdet. Oszillos treuer Knappe Wolfram
Draht wurde mit einem Wagnerschen Hammer niedergeschlagen, obwohl er
aus allen galvanischen Batterien feuerte. Er war aber nur verwundet und
wurde von seinen Kons-Tanten gesund gepflegt.

Alsbald machte er sich mit seinem Farad auf, um seinen Herrn zu
suchen. Mit seinem uebergrossen Transformat-Ohr hoerte er bald, wo
dieser war. Es war Eile geboten, denn morgen sollte Elektro-Liese
den Grafen Tele heiraten, den sie von der ersten Ampere-Sekunde an
verabscheut hatte. Aber ihre Freundin, die Gasana-Liese, hatte ihr
zugeraten, da sie schon das astronomische Alter von 20 Lichtjahren
hatte. Bald wurden Stadt und Land festlich geschmueckt. die fuenf Tore
(Isola-Tor, Genera-Tor, Transforma-Tor, Vek-Tor und Sek-Tor) wurden
mit Zuendkerzen erleuchtet. Graf Oszillo und Wolfram-Draht bereiteten
inzwischen die Flucht vor: Sie - roesteten einige Atom-Kerne und
Kosi-Nuesse auf der Robert-Kochplatte, - zogen sich feste Polschuhe
und warme Windhosen an, - und als die Temperat-Uhr Mitternacht schlug,
schnuerten sie ihr Strahlenbuendel und verliessen das Haus.

Der Waechter hatte nichts gemerkt, da er gerade einen elliptischen
Anfall hatte. Die Tuerschloesser oeffneten sie mit einer Bohr-Maschine
von Niels, und dann jagten sie in groesster Eile ueber die Magnet-Felder
und das Kilo-Watt hin. Schon naeherten sie sich dem Wechselstrom,
der sich in grossen Sinuskurven dahinschlaengelt. Dort rasteten sie,
traenkten ihre Pferde mit Kristall-Wasser aus einer Lichtquelle und
badeten ihre mueden Glieder, bis sie wieder ihre Hesse'sche Normalform
zurueckgefunden hatten. Spaeter liessen sie sich von einer Atmos-Faehre
uebersetzen. Die Flaschen-Zuege der Erd-Bahn donnerten am Kraft-Fluss
vorbei.

Als die ersten Roentgen-Strahlen der Morgensonne zwischen den
Elektronen-Wolken hervorbrachen und die ersten Tur-Bienen summten,
kamen die beiden am Kondensa-Tor an. Sie versteckten sich zwischen
Wellenpaketen in einer Mischungs-Luecke und kamen ungehindert in die
Stadt. Voller Wis-Mut drangen sie in das Schloss ein. Graf Tele, der in
der Nacht in der Milli-Bar gezecht hatte, wurde muehelos ueberwaeltigt
und dem Gleich-Richter uebergeben, der ihn nach dem Coulombschen Gesetz
verurteilte. Er liess ihn mit einem Helm-Holtz solange verpruegeln, bis
er ultraviolett war. Elektro-Liese aber fuehlte ihr Mega-Hertz heftig
schlagen, als Oszillo endlich bei ihr war.

Es begann nun eine froehliche Hochzeit. Zuerst trug der Fern-Sprecher
eine selbstverfasste Tri-Ode vor, dann wurde dem getreuen Knappen
Wolfram das Koordinaten-Kreuz verliehen (das Faden-Kreuz hatte er
schon). Fuer die Bewohner der Stadt wurde ein grosses Laby-Rind
gebraten, und in dem riesigen Dampfkessel brodelte ein fettes Essen aus
Konkav-Linsen und Tang-Enten. Es wurde mit Hilfe von Belichtungs-Messern
und Stimmgabeln verzehrt. Zum Nachtisch wurden Lack-Mus und Re-Torten
gereicht. Die Kapelle einigte sich auf den richtigen New-Ton und spielte
bis zum fruehen Morgen flotte Loga-Rhythmen. Am naechsten Tag berichtete
die hydraulische Presse in allen Einzelheiten ueber das grosse Ereignis.


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