[Thread Prev][Thread Next]   >Date Index >Thread Index

backup

Klaudia Merkl - Sun Germany Sales Support - Munich - Fri Jul 28 09:55:08 2000



Backupmania oder die Kunst, an seine Daten zu kommen. by Marc (modified)
------------------------------------------------------------------
Lang, lang ists her, da konnten Daten noch ausgedruckt werden. Ein
Rechnersystem und ein PC zur Auswertung genügten um der Datenflut herr
zu werden. Doch die Zeiten, des noch immer anhaltenden Computerrausches
gingen nicht spurlos vorüber. 

Die Zeiten der Sicherung der Daten auf Papier sind zweifellos
Vergangenheit. Es kamen die Disketten nach den (Ton)bändern. Doch bald
waren diese ersten Datenträger voll und der Trend ging eindeutig zur
Zweitdiskette. Was danach folgte kann man nur inflationär bezeichnen.
Daten wurden in immer größerem Umfang produziert und durch die Gegend
geschoben. Eine Telefonverbindung war bald zu klein und ein Netzwerk
mußte her. Es wurden Netzwerkprotokolle geändert, Daatenserver
geschaffen und Platten zusammengeschlossen. Ein Sicherungsmedium gab dem
nächsten die Klinke in die Hand. Alle haben sich in die Neuzeit
erhalten, so gibt es nun MODs verschiedener Größe, verschiedene Bänder
usw.. Manche dieser Medien blieben dabei einem sehr begrenzten
Anwenderkreis vorbehalten. Besonders ein Medium löste aber einen
richtigen Datensicherungsboom aus. Denn seit man wichtige Meß- oder
Rechendaten so einfach auf flache runde Scheiben schreiben kann wird
soviel gesichert wie nie zuvor. Doch diese Revolution der technischen
Neuerungen muß von einfachen Menschen wie Du und ich erst einmal
seelisch verkraftet werden, was dazu führte, daß jeder aus der Not eine
Tugend machte und sich seine eigene Überlebensstrategie im
Datendschungel zurecht gelegt hat. Dies führte zur Entstehung
verschiedener Backuptypen, die sich in etwa wie folgt gliedern lassen:

Der selbstbewußte Typ: Auf die Frage nach einer Datensicherung wird
einem blitzschnell erklärt, daß die Daten auf dem Server liegen, der
jeden Abend gebackupt wird. Genaueres Nachfragen fördert allerdings
zutage, daß er noch nie eine Datei aus dem Backup zurückgespielt hat.
Beim ersten notwendigen Versuch stellt er schwitzend fest, daß bei der
Installation vergessen wurde die Erstellung von Protokolldateien zu
ermöglichen und ihm jetzt das Rechenzentrum sooofoort helfen muß.

Der lässige Typ: Die Datensicherung nimmt er eher schlecht als recht
vor. In unregelmäßigen laaangen Abständen werden die wichtigsten Sachen
gesichert. Der Standardspruch: "Was soll denn schon passieren? Doch
meistens hat dieser Typ komischerweise Erfolg mit seiner Strategie. Doch
wenn es mal kracht muß er kleinlaut gestehen, daß einige
Systemeinstellungen auch wichtig gewesen wären und das letzte Backup
seiner Daten schon eine Weile zurück liegt.

Der nervöse Typ: Die Daten des nervösen Typs sind mindestens auf drei
Servern die gebackupt werden gleichzeitig. Zudem gibt es noch
Sichicherungskopien auf verschieden Medien in verschiedenen Fassungen,
als Rohdaten, nach dem ersten Auswertungsprogramm, ...und zu
verschiedenen Zeitpunkten. Das System der verschiedenen Versionen zu
koordinieren ist natürlich extrem kompliziert und zeitaufwendig,
deswegen wird jetzt erst einmal der heimische Rechner aufgemotzt. Die
Daten sollen dann über die verschiedenen Medien in den Privatrechner
eingespielt werden. Die neue Ultra-Platte soll dann eine konsistente
Archivierung ermöglichen: ... ist dann viel einfacher ...

Der Hardware Typ: Wie der Name schon sagt steht der Hardwaretyp auf
greifbare Werte, auf die er zurecht stolz ist. Jedesmal wenn man Ihm an
der Versuchsanlage neben seinen Schätzen begegnet setzt er ein breites
Grinsen auf und der Standardspruch: Meine Meßdaten ertönt wobei er
gleichzeitig auf einen mindesten einen halben Meter hohen Stapel
verschiedener Datenträger zeigt. Der Umgang mit denselben ist
zweifelsohne kompliziert, doch das schreckt Ihn nicht.

Der mount Typ: Der mount Typ, schlägt sich nicht mit so lästigen Fragen
wie Datensicherung herum. Er hat alle Daten nicht auf Bändern, sondern
ständig online verfügbar. Auf die Frage nach bestimmten Daten kommt die
prompte Antwort: Wart schnell ich muß nur eben die externe Platte auf
der anderen Workstation mounten, kein Problem. Das System ist an sich
sehr schnell und auch konsistent. Der Datenschatz reicht dabei teilweise
mehrere Vorgängergenerationen zurück. Allerdings wird auch der mount Typ
nicht vom Zahn der Zeit verschont und so findet praktisch eine
natürliche Verjüngung des Datenbestandes durch unerwartetes Ableben von
Festplatten statt. Die Kröte, daß dabei schon so manche neuere Datei
verloren wurde ist dabei doch easy hinzunehmen.

Der gewissenhafte Typ: Ein seltener Zeitgenosse, der eher unauffällig in
fast regelmäßigen Abständen seine Daten auf Bändern sichert und seine
Meßdaten in kompakter Form auf CDs gesichert hat. Doch der Teufel
schläft nicht und so trifft es Ihn immer nur dann wenn er mal etwas
unregelmäßiger war ...
Der Hotline Typ: Der Hotline Typ sichert nicht, er läßt sichern. Das
System wird doch von Profis betreut. Er hat keinerlei Lust sich mit
solch niederen Tätigkeiten zu befassen. Im Falle eines auch noch so
kleinen Problems kennt er mit Sicherheit eine passende Telefonnummer.
Nach kurzer bis mittellanger Erklärung, das er so was noch nie gemacht
hätte blabla..., wird der am anderen Ende der Telefonleitung einfach
zerknirscht feststellen müssen, daß es schneller ist das Problem zu
beheben, als dem Hotline Typ zu erklären wie er es selber machen kann.

Der zerstreute Typ: Der zerstreute Typ ist sich sicher, daß er alle
wichtigen Daten gesichert hat. Auf die Bitte eine bestimmte Datei
herauszusuchen wird aber erst einmal erwähnt das er in letzter Zeit so
furchtbar viel zu tun hatte und deswegen einfach noch nicht dazugekommen
ist seine Datenträger mal ordentlich zu beschriften und zu sortieren.
Das heraussuchen der Datei würde mindestens einen halben Tag in Anspruch
nehmen, den er jetzt nicht hat: Brauchst Du die Datei denn wirklich?
Kannst Du da nicht mal den XY fragen, der muß so was ganz ähnliches
haben.


Also auf gehts zum Datenproduzieren und Festplattenfüllen. Auf daß es
außer uns keiner mehr lesen kann.

Und es stellt sich die Frage: Welcher backup-typ sind Sie ???


-----------------------------------------------------------------



Next: